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Freizeit, Förderung, Spiel

 

 

Freizeit ohne Impuls / Beobachtung

 

Eine weitere Vertiefung der Kinder in ihr eigenes Spiel erfolgt in diesem Element des Tages, welches nach Einschätzung der Betreuungspersonen flexibel in einen Tag eingebaut wird. Nun soll möglichst kein Impuls von außen das Spiel der Kinder stören und es ist Zeit, um systematische Beobachtungen anzustellen und Notizen für spätere Entwicklungsplanungen zu notieren.

 

Ziel in dieser Phase ist es, einen freien Zugang der Kinder zu ihren eigenen Entwicklungsideen zu erreichen. Hierfür ist eine möglichst geringe Einmischung des Erwachsenen erforderlich.

 

 

Die Punkte "Umangestrengtes Tätigsein" und "Freizeit ohne Impuls" unterscheiden sich in zwei Bereichen:

 

    1.) Die Betreuungsperson macht sich wie in im Zusammenhang "Freizeit ohne Impuls" gezielte Gedanken zu den Förderplanungen und beobachtet die Kinder genau, während sie sich im Zusammenhang "Umangestrengtes Tätigsein" eher auf Ihre eigene Tätigkeit konzentriert.

     

    2.) die Kinder werden bei Kontaktaufnahme zur Betreuungsperson im Kontext "Freizeit ohne Impuls" eher wieder zurück ins eigene Spiel geleitet. Im Kontext "Umangestrengtes Tätigsein" würden sie eher in das Tun des Erwachsenen eingebunden.

     

     

Beispiele für das Element „Freizeit ohne Impuls“:

 

  • Kinder initiieren Rollenspiele mit Puppen, Betreuungsperson gewinnt Eindrücke über das Sozialverhalten der teilnehmenden Kinder

     

  • Kinder ziehen sich zu zweit / zu dritt zurück, Betreuungsperson behält das Tun unbemerkt im Auge und stellt Überlegungen für passende Förderangebote an

     

  • Kind vertieft sich in die Erkundung eines Gegenstands, Betreuungsperson beobachtet die Fähigkeiten und leitet Hinweise für künftige Förderangebote ab

     

  • Ein Bewegungsspiel wird stetig von Kindern abgewandelt und weiterentwickelt, die Betreuungsperson macht sich Notizen zum Sozialen Handeln, Sprachschatz und weiteren Entwicklungsfeldern

     


Gezielte Förderangebote / Beobachtungen

 

Wie bereits vorher beschrieben, findet Förderung auch während der „zyklischen Phänomene“, im „unangestrengten Tätigsein“ und bei allen weiteren Betreuer-Kind-Kontakten statt (wenn die Informationen über die jeweils aktuellen Entwicklungsaufgaben der einzelnen Kinder bekannt sind und von den Betreuungspersonen in ihr Handeln einbezogen werden).

 

Das nächste zu definierende Element der Tagesstruktur allerdings betrifft die klassische Förderung, die von Kindertageseinrichtungen im Allgemeinen erwartet wird.

 

Hier erfolgt die Kontaktaufnahme durch die Betreuungspersonen zum Kind gezielt und hauptsächlich mit dem Zweck der konkreten Förderung des Kindes in einzelnen Entwicklungsfeldern. Auch hierbei werden neue Informationen über seinen Entwicklungsstand gewonnen, welche in die Förderplanung einfließen.

 

Wir unterscheiden erneut zwei Varianten:

 

 

 

1. Geplante Förderangebote, mit expliziter theoretischer Vorbereitung

 

Das klassische Förderangebot wird im Vorfeld geplant – Was soll damit erreicht werden, welche Kinder werden weshalb mit einbezogen und in welchen Kompetenzen gefördert? Die Materialien werden zusammengestellt und das Angebot zu einer vorher festgesetzten Zeit durchgeführt. Danach wird die Durchführung ausgewertet: Haben die Anforderungen den Möglichkeiten der Kinder entsprochen? Was kann man beim nächsten mal besser machen? Welche anderen Ideen sind aufgekommen?

 

 

Beispiele:

 

  • Experimente am Tisch mit gefärbtem Wasser und Öl

     

  • Malen mit Fingerfarben

     

  • Umschütt-Übungen

     

  • Bilder in Mehl und Sand

     

  • Krepppapier und Wasser / Basteln mit Krepppapier

     

  • Materialkunde / Gegenstände aus der Natur

     

 

 

2. Spontane Förderangebote

 

Voraussetzung für dieses Element ist zum einen Wachsamkeit, wann es etwas zu fördern gibt, erneut, dass die Betreuungspersonen die Entwicklungsthemen der einzelnen Kinder präsent haben, ein kreativer Umgang mit den vorhandenen Materialien und Räumen und die Gewissheit, sich fast immer die Zeit für die spontane Förderung nehmen zu dürfen.

 

So lässt sich das Hineinklettern in eine Schaukel und eigenständiges Schaukeln genau dann am besten fördern wenn ein Kind Interesse an der Schaukel findet und einsteigen will.

 

 

Weitere Beispiele sind:

 

  • Eine Kugel in einer großen runden Schüssel am Rand entlang sausen lassen

     

  • Bewegungsspiele mit Tüchern oder Bällen initiieren oder die von den Kindern initiierten Spiele aufgreifen, fortführen und Förderelemente einbauen

     

  • Gemeinsam ein Buch betrachten und in gezielte Sprachförderung einsteigen.

     

  • Die Gitarre zur Hand nehmen und gemeinsam singen – Entsprechende sprachliche Einbeziehung der Kinder nach deren Wortschatz

     

  • Landart / Fengshui im Sandkasten

     

     

***

 

 

 

Kulturtechniken

 

Die Begrifflichkeit der Kulturtechnik wird hier etwas reduziert verwendet: Es geht nicht um die weite Fassung des Wortes (Feuer machen können, Lesen und Schreiben,...) sondern um die Vermittlung einfacher, zur Lebenswelt der Kinder gehöriger Fähigkeiten in der Körperhygiene und bei der Nahrungsaufnahme.

 

Durch ihre tägliche Wiederholung haben diese Elemente auch zyklischen Charakter, werden hier aber extra geführt, da ihr Erlernen in der Einrichtung elementar zu den vordringlichen Entwicklungszielen zählt.

 

 

Hände waschen


Vor jedem Essen werden Hände gewaschen. Auch hierbei kann man sich einiges falsch – oder eben auch von Anfang an richtig angewöhnen. „Wer am meisten Schaum hat, hat gewonnen.“

 



Essen



Es wird Wert auf saubere Abläufe und eine ruhige Atmosphäre beim Essen gelegt. Das Erlernen des Umgangs mit dem Löffel, später auch mit Gabel und Messer, das Säubern des Mundes und z.B. „Essen ohne Aufstehen“ sind Inhalte dieser Förderung.

 



Zähne putzen


Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt. Dabei wird z.B. neben der richtigen Putzabfolge darauf geachtet, dass der Zahnpastaschaum ins Waschbecken tropft und nicht auf den Boden. „Drüber gehen“ – wie auch beim Essen. „Und nicht mit der Zahnbürste herumlaufen!“...

 



An-, Ausziehen


Durch den Anspruch, täglich nach draußen zu gehen, müssen sich die Kinder mehrmals täglich an- und ausziehen. Schon früh helfen sie mit und lernen schnell, zB. den langen Pullover vorn an den Ärmeln festzuhalten, wenn sie in die Jacke schlupfen. Das alles klappt mit Begeisterung, denn hinaus zu gehen, ist immer eine Freude.

 



Toilettengang


Wenn die Kinder beginnen, Interesse am Toilettengang zu zeigen, wird ihnen ermöglicht, dies zu erlernen. Täglich werden die Fortschritte und das weitere Vorgehen mit den Eltern besprochen.

 

 

     

 

 

 

 

* * *

 

 

Ein Team, das seine Arbeitshaltung an der Bewusstheit über diese sechs Phänomene seine Arbeitshaltung ausrichtet,

 

  • nutzt zyklische Phänomene wie „Essen“, „Schlafen“, „Wochenende“ oder die Jahreszeiten als Rituale, um eine Grundstruktur in den Tag, die Woche und das Jahr zu bringen und dem Kind Sicherheit und Vertrautheit zu vermitteln

     

  • bietet bedarfsbedingte Notwendigkeiten wie „dem Postboten öffnen“, „nassen Pulli ausziehen“ und Tätigkeiten, die gemeinhin als „Zeitfresser“ gelten, als spontane, freudige Erfahrungswelten dar

     

  • bringt auf natürliche Art und Weise zusätzliche, für die Kinder interessante „Erwachsenensachen“ in den Tag mit ein (z.B. Pakete auspacken, Einkaufen, Staubsaugen)

     

  • lässt Kindern, die sich in ihr Spiel vertieft haben, die Zeit, ihre Tätigkeit abzuschließen

     

  • findet im Wochenrhythmus ausreichend Gelegenheit und Zeit für geplante professionelle Einzelförderung mit den Kindern

     

  • hat bei Bedarf ein kleines Spiel in Reserve und die dabei auftretenden Entwicklungsthemen der Kinder im Blick

     

  • führt die Anleitungen während der Kulturtechniken gründlich, liebevoll und ruhig durch

     

 

Unter der Rubrik Pädagogik werden weitere Bausteine der Förderarbeit in unserer Kinderkrippe beschrieben.

 

 

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