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Unangestrengtes Tätigsein

 

Der Begriff geht auf Lao-tse zurück (6. Jhdt v. Chr.) und beschreibt eine Lebens- / Arbeitshaltung, mit der man schon damals ohne Burnout durch den Tag kam...

 

Für den Tagesablauf in der Krippe hat er zwei Bedeutungen: Zum einen, dass die Betreuungspersonen angehalten sind, alle Tätigkeiten „unangestrengt“ auszuüben, um achtsam und besonnen bleiben zu können. Das „Unangestrengte Tätigsein“ durchdringt somit die zyklischen Phänomene, die bedarfsbedingten Notwendigkeiten und alle weiteren Phänomene, denn in der Arbeit mit Kindern ist Besonnenheit immer wichtig.

 

Zum anderen beschreibt das „Unangestrengte Tätigsein“ ganz schlicht jene Momente des Tages in denen die Betreuungspersonen „Erwachsenen-Tätigkeiten“ verrichten.

 

Dabei beginnen die Betreuungspersonen mit diesen Arbeiten im Kontext der Betreuungssituation zunächst allein. Wenn aber dann die Kinder auf das Tun der Erwachsenen aufmerksam werden und Interesse zeigen, werden sie einbezogen.

 

Genau wie früher in der Dorfgemeinschaft auf dem zentralen Platz z.B. die Nahrungsmittel verarbeitet wurden und Kinder daran teilhaben konnten, lösen hier sinnhafte und zielorientierte Tätigkeiten von Erwachsenen ein tiefes und "echtes" Interesse des Kindes aus, "es verstehen und auch tun zu wollen". Durch die Anwendung altersgemäßer Formen der Beteiligung erfährt sich das Kind als selbstwirksamen, bedeutungsvollen Teil der Gesellschaft.

 

Bereits im Leitbild wurde unter 2.2.2 die Wichtigkeit der Vorbildfunktion genannt. Hier findet sich der direkte Bezug zur praktischen Arbeit: Durch das Miterleben von sinnhaften und von Erwachsenen ausgeführten Arbeiten entfaltet sich in den Kindern die beste Autodidaktik und sie integrieren die gemeinsamen Erfahrungen in ihre eigenen Spiele und ihre Erlebniswelt.

 

Beispiele:

 

  • Obst und Gemüse schälen – die Kinder schauen zu, benennen das Obst und dürfen es auf Wunsch selbst schälen, klein schneiden und auch mal naschen. Hierbei sind die Kinder intrinsisch hoch motiviert, sich die Ärmel hochzukrempeln und alles richtig zu machen.

     

  • Lätzchen zur Waschmaschine bringen und in die Maschine packen, Wäsche in den Trockner umfüllen – und später die Lätzchen zusammenlegen

     

  • Staubsaugen, Teller in die Spülmaschine – Beteiligung je nach Interesse und Fähigkeit

     

  • Aufräumen von Ablagen und Theken – Sprachliche Einbeziehung, Erklärungen zum Tun

     

  • Sandkasten gemeinsam umgraben, sowie jede weitere Form der Gartenarbeit

     

  • Singen


 

 

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